Frausein

Ein taffes Mädchen

Ein taffes Mädchen zu sein, ist schon ein Gegensatz in sich und trotzdem vereint es eine Person.

Ich möchte es euch genauer erklären. Taff oder im englischen tough, auch gleichzusetzen mit rough (rau) oder strong (stark) bedeutet nichts anderes als selbstbewusst zu sein und sich behaupten zu können. Man hat eine Stimme und nutzt sie, sagt, was man denkt.

Ein Mädchen ist ein weiblicher Mensch, ein Kind, dass noch nicht erwachsen ist und somit keine Frau.

Und ich bin dieses taffe Mädchen. Einerseits bin ich selbstbewusst, habe Selbstvertrauen, sage, was ich denke, habe eine Meinung. Andererseits wohnt in mir immer noch dieses schüchterne unsichere Mädchen, was früher gehänselt wurde. Dieses Mädchen wird immer Teil meines Lebens sein, auch wenn ich heute optisch eine Frau bin und schon 32 Jahre in meinem Leben zählen kann.

Ausschlaggebend für diesen Artikel war mal wieder Instagram. Denn vor wenigen Tagen hat eine Followerin darüber gesprochen, dass sie an einem Ort war, wo sie für sich sein wollte, aber dann dort andere Frauen waren, die die Köpfe zusammen gesteckt haben, getuschelt, ja sogar gestarrt und über sie gelacht haben. So zumindest ihre Vermutung und ich bin mir ziemlich sicher, dass es auch genauso war. Auch sie ist heute eine starke Frau, die sich für andere stark macht. Doch auch sie musste, wie ich, in ihrer Jugend einiges einstecken.

Auf ihre Story hin, haben wir geschrieben und ich habe ihr das mit dem Mädchen erzählt, was immer noch in uns ist und immer ein Teil von uns sein wird. Deswegen regen wir uns auch immer noch über solche Situationen, wie die Beschriebene auf und haben Sprechbedarf. Wir benötigen immer noch gute Worte und Zuwendung, denn unsere Wunden sind bei all der starken Fassade immer noch nicht ganz geheilt. Die Narben bleiben immer.

Darum gebe auch ich offen zu, dass ich ein taffes Mädchen bin. Ich habe kein Problem damit meine Meinung zu sagen, auch wenn die mal nicht so nett ausfällt. Ich sagen NEIN, wenn ich NEIN meine. Ich akzeptiere mich und meinen Körper und zeige das nach außen voller Stolz und trotzdem gibt es Momente, wo dieses mühsam aufgebaute Mauerwerk droht einzustürzen.

Das kann immer noch die fremde Mädchengang sein, an der du auf der Straße vorbei gehen musst. Das kann immer noch die andere Kindergartenmutter sein, die die das Gefühl gibt, du machst in der Erziehung nichts richtig. Das kann auch die oberflächliche Instagramerin sein, die die wie eine Kartoffel fallen lässt.

Es wird immer diese Situationen und Momente geben, in denen man Verknüpfungen mit Gedanken aus der Vergangenheit verbindet. Und wenn es hilft darüber zu reden, dann sollte man es auch tun, denn es gibt weit mehr Frauen da draußen, denen es genauso geht, wie einem selbst. Sogar das Oberhaupt der Mädchengang kann ein „gefallener Engel“ sein. Und ansonsten hilft es mir immer, meine Schultern zu straffen, den Blick nach vorne zu richten und zu wissen, dass ich es geschafft habe.


Hast du bereits solche Erfahrungen gehabt und wie gehst du damit um?

2 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.