Körperwahrnehmung

Machen uns Gedanken wirklich krank?

Depression, Angstzustände, Burn-Out; der Weg vom gesunden Menschen zum Kranken ist nicht weit. Oft reicht ein Augenblick, ein kleiner Stups von Außen, eine Situation, ein Vorfall, um einen Menschen zu brechen. Überlastung im Job, eine Trennung, der Tot eines geliebten Menschen oder Mobbing, können häufig der Auslöser für langwierige Krankheiten sein. Wenn die Psyche krank ist, dauert es oft lange, bis der Patient behandelt werden kann. Die Symptome schleichen sich erst langsam in unseren Körper und werden oft nicht sofort erkannt.

Mir wurde vor einigen Jahren eine PSYCHOSOMATOSE bescheinigt. Das bedeutet, dass meine Gedanken, insbesondere Stress, sich negativ auf meinen Körper auswirken. Dieser sendet dann Signale in Form von Schmerzen aus.

Bei mir fing es mit einer schweren Magenschleimhautentzündung an, wechselte dann zu „Luft“ im linken Ohr und später bekam ich PULSSYNCHRONEN TINITUS auf der rechten Seite. Je nach schwere der Belastung, dauerten die Krankheiten seine Zeit. Während ich mein Magenproblem fast ein Jahr mit mir rumschleppte, war der Tinitus über zwei Monate mal mehr mal minder stark vorhanden. Noch heute reagiere ich auf viele Lebensmittel allergisch oder vertrage sie einfach nicht. Die Entzündung hat meinen Magen nachhaltig geschädigt. Immer wieder kommen die Beschwerden wie Vorboten und melden sich kurz in bestimmten Situationen. Plötzlich bekomme ich Magenkrämpfe oder mein Ohr piept kurz sehr hoch.

Heute weiß ich, dass ich mich dann umgehend beruhigen muss, mir eine Zone der Entspannung schaffen muss.

Anfangs, als meine Magenschmerzen anfingen, ging man noch von normalen körperlichen Gründen aus, doch die Medikamente, die man mir gab, schlugen nicht an. Mit jedem Mal wurde es schlimmer. Der absolute Tiefpunkt war erreicht, als der Arzt zu mir nach Hause kommen musste, um mich zu untersuchen, da ich vor Schmerzen nicht aufstehen konnte. Ich konnte nix essen, nix trinken. Zudem war ich auf mich allein gestellt, keine Familie in der Nähe, keine Partnerschaft. Durch das schlechte Gefühl, welches ich ständig hatte, kamen auch die Depressionen, die mich (wie ein Teufelskreis) immer stärker hinabzogen und somit mehr Schmerzen verursachten.

Als ich dann damals die Diagnose Psychosmoatie bekam, war ich einerseits froh, endlich den Grund für meine Beschwerden zu kennen, andererseits musste ich lernen, dass ich mein Leben lang diese Krankheit mit mir rumschleppen würde. Der Umgang damit, war nun gefragt.

Ich fing an, meinen Problemen auf den Grund zu gehen, mir therapeutische Hilfe zu suchen und begann alternative Heilmethoden zu nutzen. Angangs mit Toast und Kamillentee und später mit SCHÜßLER SALZEN, gingen auch die Schmerzen weg. Ich wurde ruhiger.

Mit dem Abschluss meiner Ausbildung war ich dann geheilt – erstmal.

Zwei Jahre später zeigte sich die Psychosomatie in Form eines Ohrproblems. Doch hier konnte auch nichts festgestellt werden. So wusste ich zumindest, dass es mein Kopf war, der das Problem verursachte.

Jetzt gibt es sicherlich Leser unter euch, die das Ganze mit HYPOCHONDRIE verwechseln würden, aber bei der Psychosomatie sind die körperlichen Beschwerden tatsächlich nachweisbar.

Erst vor zwei Jahren hatte ich erneut mit meiner Krankheit zu kämpfen. Diesmal in Form eines Pulssynchronen Tinitus. Dieser war teilweise so stark, dass ich mir fast Magenbeschwerden gewünscht hätte. Was soll man denn tun, wenn es ständig so laut piept, dass du dich auf nichts konzentrieren kannst? Es raubt dir den Schlaf, grenzt dich aus, lässt dir keine RUHE. Auch hier waren es Probleme, die gelöst werden mussten, bis die Beschwerden nachließen und schließlich weggingen.

Psychische Krankheiten sollten von NIEMANDEN unterschätzt werden. Sicherlich sind PSYCHOSEN oder LEBENSMITTELINTOLERANZEN mittlerweile schon als Modekrankheiten verschrien, was aber daran liegt, dass man endlich offen drüber spricht. Die Seele zu behandeln ist weitaus schwerer, als einen Bruch zu kitten. Der Patient braucht Hilfe und Unterstützung von Außen und vor allem ein offenes Ohr. Menschen mit diesen Krankheiten werden oft als „bekloppt“ abgestempelt oder „irre“.

Ich habe inzwischen meine ganz eigene Methode gefunden, um mit meiner Diagnose gut zu leben, ich brauchte bisher keine Antidepressiva oder eine Einweisung in die psychiatrische Abteilung.

Mit Homöopathie kommt man heutzutage schon sehr weit, eine therapeutische Behandlung ist auch nicht verkehrt, aber am Wichtigsten sind die Menschen, die euch eine Stütze sind.

Wie steht ihr zu dem Thema? Hast du vielleicht selbst eine psychische Krankheit? Wie gehst du damit um?

Schreib mir.


Jetzt auch zum Hören: der Herbstmeedchen – Podcast

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